Content on the Rise – Little Lights auf der CMCX

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Content Marketing sollte sich als Buzzword ja schön langsam verabschieden – seit nun mehr fast hundert Jahren gibt es Seifenopern die im Grunde nichts anderes sind – unterhaltsame Serien zuerst im Radio, dann im TV – Branded Entertainment also.

Corporate Publishing ist auch nicht mehr der heiße Scheiß und trotzdem boomt Content Marketing wieder enorm. Irgendwie ist es also die Wiederentdeckung des “sinnvollen Marketings” – umgelegt auf digitale Medien und völlig neue Kanäle.

Uns von Little Lights interessiert das natürlich ganz besonders – haben wir uns doch dem nächsten großen Buzzword verschrieben – Storytelling. Grund genug um an der Content Marketing Conference in München teilzunehmen – der größten Europäischen Content Marketing Exposition und mittlerweile der weltweit Zweitgrößten – nach der Content Marketing World in Cleveland.

Wir sind keine Content Agentur oder große Marketing-Strategen, wir erzählen Geschichten – was also war aus unserer Perspektive ganz besonders interessant?

Das Ende des Massenmarkts

Klassische Werbung wie man sie aus Print und TV kennt, kämpft immer mehr damit die breite Masse zu erreichen – eben weil die breite Masse auf ein umfangreiches Spektrum an Medien und Kanälen verteilt ist und sich vor allem in Zukunft immer mehr fragmentieren wird. Für viele ist nicht das Handy oder Tablet der Second Screen, sondern der Fernseher – ganz besonders wenn es um die Generation Y und Z geht. Es ist völlig normal ohne den “klassischen” Medien aufzuwachsen und das Nutzerverhalten wandelt sich enorm.

Im Gespräch mit Callies & Schewe waren wir uns einig in welche Richtung das Marketing der Zukunft zieht – Multichannel Marketing mit sinnvollen Inhalten. Denn, kein Handy gleicht dem Anderen – jeder hat eine höchst individuelle Auswahl an Apps und Settings und bastelt sich somit seinen Media-Stream persönlich zusammen.

Natürlich funktioniert TV (auch) noch, die Bedeutung im Leben der Zuseher verändert sich allerdings enorm und es wird immer schwieriger eine breite Masse an Publikum zu einem bestimmten Zeitpunkt an das Programm zu binden.

Marketing im Umbruch

Ein ganz klarer Schluss daraus ist, dass sich Marken überlegen müssen wie sie in Zukunft mit ihren Konsumenten kommunizieren wollen. TV und Print werden nicht von heute auf Morgen verschwinden und wir befinden uns gerade in der höchst interessanten Übergangsphase – neue Medien nehmen einen immer größeren Platz ein.

Marketing geht es im Moment wie dem Archaeopteryx – weder Dinosaurier noch Vogel und doch irgendwie beides. In einem interessanten Gespräch mit Serviceplan Berlin konnten wir Wissen um konkrete Trends, Tools und Formate austauschen die uns dieses und vor allem die nächsten Jahre beschäftigen werden.

TV und Print Werbung wird es nach wie vor geben, sie wird nur viel mehr Teil einer größeren Marketing-Strategie werden, die einen weit umfangreicheren Medien-Mix bespielt.

Authentizität

Natürlich ist es eine Herausforderung in derartig verschiedenen Medien zu kommunizieren – vor allem in Kanälen die den Nutzer auf sehr persönlicher Ebene ansprechen, wie etwa Snapchat oder in gewisser Form auch Facebook. Das Branding, die CI und das Logo der Marke muss hier weiter in den Hintergrund rücken.

In vielen Kanälen tritt der direkte Vertriebsaspekt in den Hintergrund, im Dialog mit dem Content Strategen kpunktnull ergab sich eine interessante Schnittmenge: wir waren uns einig dass es eine große Chance ist, sich wieder auf den Kern der Marke zu besinnen und die ursprünglichen Werte zu kommunizieren mit denen sich das Publikum identifizieren kann – ehrliche Kommunikation steht hier im Vordergrund.

Relevanz

Immer persönlichere Streams die von jedem individuell kuratiert werden – wie schafft man es dann als Marke in diesen Streams präsent zu sein ohne das eigene Produkt völlig deplatziert zu bewerben und den Gegenteil davon zu bewirken, was man eigentlich im Sinn hatte?

Ganz besonders interessant waren die Insights von L’Oréal Deutschland – wie auch andere große Unternehmen setzen sie auf Big Data um Relevanz für den Konsumenten zu erzielen.

Die Informations-Streams des digitalen Publikums setzen sich durchwegs aus Inhalten zusammen, die für die jeweilige Person relevant sind – Marketing muss sich diesem Trend anpassen und die richtige Information im richtigen Moment anbieten, nur dann kann Markenkommunikation in derartig persönlichen Kanälen funktionieren.

Einer Frau über 50 die heißesten Flirt Tipps für Teenager vorzuschlagen hat demnach nichts mit ihren Interessen zu tun, das ist nicht nur deplatziert sondern ärgerlich.

Qualität

Allgemeiner Konsens ist auf jeden Fall: in Zukunft wird es immer wichtiger auf Qualität zu setzen. Jeder versucht auf den Content Marketing Hype aufzuspringen und neue Agenturen und Dienstleister schießen wie die Pilze aus dem Boden – wie aber will man qualitativ hochwertige Inhalte schaffen wenn man sich bisher noch nie damit auseinandergesetzt hat qualitative Inhalte zu erschaffen und das Handwerk im Grunde gar nicht beherrscht?

In Zeiten in denen schlechter Content mit einem simplen Swipe abgewählt werden können oder durch AdBlocker gar gänzlich ausgeblendet werden, darf man es sich immer weniger leisten mit halbherzigen Inhalten auf den Content Marketing oder Storytelling Hype aufzuspringen.

Uns bei Little Lights freut dieser Trend ganz besonders, denn, wie bereits erwähnt, lieben wir nichts mehr als emotionale und authentische Geschichten die mit viel Liebe zum Handwerk erschaffen werden.